Hammer – ein schlagendes Argument
Auf den ersten Blick ist der Hammer ein eher einfaches Gerät, die Wirkungsweise der Instrumente ist allerdings ziemlich ausgeklügelt. Führt die menschliche Hand mit dem Hammer einen Schlag aus, so wird die Wucht durch die natürliche Trägheit des Hammers und durch das Gesetz der Hebelwirkung derart potenziert, dass auch geringe Schläge bereits eine enorme Wirkung haben können. Die Geschichte dieser Instrumente geht bis zurück in die Steinzeit, in der sich der Mensch noch kaum vom Affen unterschied. Die Höhlenbewohner verwendeten zum Öffnen von Nüssen und anderen harten Nahrungsmitteln einen spitzen Stein, mit dem sie mehrmals auf das jeweilige Objekt einschlugen. Später begann man, die Steine mit einer festen Bindsubstanz an einem starken Ast zu befestigen, da man bereits die Hebelwirkung dieser Vorrichtung für sich entdeckt hatte. Schlussendlich wurde der Stein gegen ein Metallstück ausgetauscht und der Hammer, wie wir ihn heute kennen, war erfunden.
Hammer und Griff
Den Griff des Hammers bezeichnet man korrekt als Stiel. Der Hammerkopf besteht zudem aus einer Bahn und einer so genannten Finne. Die Finne ist der Teil der Instrumente, der spitz zulaufend mit der Schlagkante des Hammerkopfs endet. Der Seitenteil des Kopfes wird als Bahn bezeichnet. Je nachdem wie Finne, Bahn und Stiel zueinander ausgerichtet sind, ergeben sich verschiedene Arten von Hämmern. Liegt der Stiel zum Beispiel längs zur Finne, so heißen die Instrumente Kreuzschlaghämmer. Sitzt die Finne allerdings eher mittig zum Kopf des Hammers, so bezeichnet man das Instrument als Schlosserhammer. Die Form der Finne bestimmt den Verwendungszweck des Geräts. Einen Schmiedehammer erkennt man zum Beispiel daran, dass der Rundungsradius der Finne besonders groß ist, während der Maurerhammer dagegen nur eine Kante am Ende des Kopfs besitzt.
Hammer sind sehr vielseitig verwendbar
Kaum ein anderes Werkzeug ist so vielseitig einsetzbar wie der Hammer. In den meisten Fällen werden die Instrumente in der Fertigung eingesetzt, wo man sie zum Zerschlagen oder Umformen verschiedener Werkstücke benötigt. Auch die Einschlagung eines Objektes in ein anderes, wie zum Beispiel eines Nagels in ein Stück Holz, fällt unter diesen Verwendungszweck. Die präziseste Form der Arbeit mit dem Hammer ist wohl unumstritten die Bildhauerei. Mit Meißeln in verschiedenen Formen und Größen versteht es der Bildhauer durch unzählige Schläge in unterschiedlichster Dosierung aus einem Felsbrocken eine lebensechte Figur zu hauen. Daneben gibt es aber auch Instrumente, die nicht in der Fertigung eingesetzt werden. Die Hämmer werden dann meist zum symbolischen Akt eingesetzt. Beste Beispiele hierfür sind der Richterhammer, der Auktionshammer oder auch der Logenhammer. Eine weitere Ausnahme hiervon bildet der Reflexhammer. Dieser wird im human-ärztlichen Bereich eingesetzt, um die Funktionstüchtigkeit der Reflexe beim betreffenden Patienten auf die Probe zu stellen. Es gibt sogar Werkzeug, Hammer inbegriffen, die man auf Reisen mitnehmen kann.